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Die Geschichte der Kräuter

Das Leben der Hildegard von Bingen

Margarethe von Trottas Film "Vision - Aus dem Leben der Hildegard von Bingen" kam 2009 in die Kinos. Die Hauptrolle der Äbtissin Hildegard von Bingen spielt Barbara Sukowa, welche 2009 den Bayrischen Filmpreis als beste Darstellerin erhielt.
Unterdessen können Sie den Film auf DVD zu Hause ansehen.
Eine kurze Einführung zu Hildegard von Bingen erhalten Sie hier, wer sich näher über Hildegard von Bingen informieren möchte, kann sich in eines der nachfolgenden Bücher vertiefen.

Hildegard von Bingen - das Buch zum Film Hildegard von Bingen - ein Leben im Licht Hildegard von Bingen - Nonne und Genie

Altertum

Schon bei den Ägyptern vor ca. 4000 Jahren gab es Kräutergärten. Kamille war ein Hauptbestandteil des Einbalsamierungsöls, welches für den Pharao Ramses II benutzt wurde.

Im Islam wird das Paradies als umschlossener Garten dargestellt. Die Römer kannten und liebten den Rosmarin und den Lorbeer.

In China und Indien wurden die Kräuter schon lange für medizinische Zwecke verwendet. In der chinesischen Kräuterkunde werden über 5000 verschiedene Kräuter beschrieben und auch die Ayurveda-Medizin setzt ca. 500 Kräuter zur Behandlung ein.

Der Grieche Dioskurides schrieb eines der bedeutendsten pharmazeutischen Werke der Antike, die Materia Medica. Er war Arzt des römischen Heeres und reiste in der damaligen Welt weit herum. Dabei sammelte und studierte er die medizinische Anwendungen und die heilenden Wirkungen der Pflanzen.

Kräuterwissen weiser Frauen Heilerinnen im Mittelalter Lexikon der Frauenkräuter

Kräuter im Klostergarten des Mittelalters

Der kleine Klostergarten

Die ersten christlichen Klöster wurden nach dem Vorbild von römischen Villen erbaut und die Gärten entsprachen ebenfalls der Symmetrie der römischen Gärten. Die vorderasiatische Tradition der Gartenumzäunung wurde ebenfalls übernommen.
Im Benediktinerorden wurde Gartenarbeit zur Pflicht erklärt. Im 9. Jahrhundert gab es schon Regeln für den Anbau der Kräuter in den Klostergärten (Capitulare de villis). In unzähligen Handschriften aus dem Mittelalter werden die Kräuter und deren Anbau beschrieben. In den Klostergärten wurden die einheimischen und fremdländische Heilpflanzen, welche die Pilger und Mönche z.B. von den Kreuzzügen nach Europa mitbrachten, gesammelt und kultiviert.

Hildegard von Bingen - Äbtissin, Seherin, Heilkundige und Komponistin

Die Äbtissin des Benediktinerordens, Hildegard von Bingen (geboren 1098, gestorben 1179), stand als heilkundige Frau im Mittelalter in grossem Ansehen. Sie schrieb zwei medizinische Schriften, wovon sich eine mit Heilkräutern befasst. Darin kommen auch Pflanzen aus fernen Gegenden vor. Es gab nämlich schon damals viele Handelsverbindungen. Karawanen und Schiffe brachten aus Afghanistan, Indien, Malaysia und China Gewürze und Arzneipflanzen mit. Doch in Europa waren dann diese Gewürze und Arzneipflanzen fast unbezahlbar und damit die Medizin Hildegard von Bingens nur für wenige von Nutzen. Es wird vermutet, dass Hildegard von Bingen das gesammelte medizinische Wissen der damaligen Klosterwelt niederschrieb und auch viele griechische und arabische Schriften studierte. Die arabische Wissenschaft beeinflusste Europa damals stark und viele wichtige medizinische Werke waren schon ins Lateinische übersetzt.
Im 13. Jahrhundert gehörte zu jedem grossen Herrschaftsbesitz auch ein Kräutergarten. Die Bauern hatten einen sogenannten Küchengarten.

Kräuterbuch der Klostermedizin Kräuter aus dem Klostergarten Pflanzengeheimnisse aus alter Zeit

Kräuter und die Wissenschaft

Kräuter, Geister und Rezepturen. Eine Kulturgeschichte der Arznei.

Mit der Renaissance setzte sich allmählich eine aufgeklärte Wissenschaft durch. Lehrstätten waren neben den Klöstern auch erste bürgerliche Universitäten, wie Montpellier und Leiden, später Heidelberg, Köln und andere. An der Universität Basel lehrte ein Professor mit dem Namen Theophrastus Bombastus von Hohenheim. Er nannte sich schlicht Paracelsus und hielt seine Vorlesungen nicht in Latein, sondern in der Sprache des gemeinen Volkes. Seiner Signaturenlehre liegt ein Heilprinzip zugrunde, welches besagt: Similia similibus curentur - Gleiches heilt Gleiches. Er wies den Weg in die moderne Heilpflanzenkunde, die Phytomedizin.
Seine Lehre beruhte noch auf Erfahrungen und erst ab dem 16. Jahrhundert fingen die Universitäten an, Kräuter in Gärten zu ziehen und deren Heilwirkung wissenschaftlich zu untersuchen.

Kräuterbuschen

Noch heute ist in der katholischen Kirche der 15. August (Mariä Himmelfahrt) ein wichtiger Feiertag und ein ebenso wichtiger Bestandteil des Kirchenfestes ist in vielen Gegenden bis heute die Weihe der Kräuterbüschel geblieben. Nach gewissen Quellen wurde die Kräuterweihe um 745 nach Christus zuerst verboten, später aber wieder erlaubt und unter den Segen Marias gestellt. Seither wird das Fest am 15. August gefeiert. Dieses Datum ist der Auftakt zur wichtigsten Kräutersammelzeit des Jahres, dem Frauendreissiger. In dieser Zeit sollen die Kräuter besonders viel Kraft und Heilwirkung haben.
In einen Kräuterbuschen gehören mindestens 7 oder 9, 12, 15, 19 oder sogar 77 verschiedene Pflanzen. Dazu gehören z.B. Getreideähren von Weizen, Gerste und Hafer, weiter Hopfen, Fenchel, Baldrian, Johanneskraut, Salbei, Lavendel, Petersilie, Kamille, Pfefferminze, Liebstöckel, Frauenmantel und - ganz wichtig! - in die Mitte eine Königskerze, ev. auch noch eine Rose oder eine Lilie.