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Kräutersorten und Sortenwahl

Von vielen Küchenkräutern gibt es mehrere Sorten, häufig sind es Züchtungen mit besonders schönen Blüten, speziellen Blattfarben oder einem speziellen Duft.

Wer Lust hat, kann sich nicht nur einen Kräutergarten anlegen, sondern z.B. auch seiner Vorliebe für Pfefferminze frönen und nur verschiedene Pfefferminzarten im Garten anbauen. Ein Beispiel für einen Minzen-Sammler stellt der Besitzer dieser Minzen-Website dar, er sagt von sich, dass er ca. 250 bis 300 verschiedene Minzen in seinem Garten hat!

Weiter unten finden Sie eine Erklärung der botanischen Begriffe. Auf dieser Website benutze ich aber den Begriff Sorte wie er in der Umgangssprache bekannt ist.

Aus der Vielfalt wählen - Gärtnern kann süchtig machen

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Wem ist das nicht schon passiert: kaum fliegen die ersten Samenkataloge im Herbst ins Haus fängt man an Kreuzchen zu machen und vergisst oft, dass der eigene Garten viel kleiner ist als die Lust auf neue Pflanzen. Und so hat man dann im Frühling eine reiche Auswahl an Samen, die einfach beim besten Willen nicht alle Platz im Garten haben.
Das passiert mir übrigens auch mit schöner Regelmässigkeit in Gartencentern mit tollen, interessanten Setzlingen oder mit Blumenzwiebeln. Ich vergesse mich und darf dann hunderte von Tulpen-, Narzissen- und Krokuszwiebeln setzen, wo eigentlich sowieso kein Platz mehr ist.

Auch ohne gleich hunderte von Pflanzen im Garten zu haben: es lohnt sich die Augen offen zu halten. Denn manche Kräutersorte passt vielleicht grad durch die schönen Blätter besonders gut in den Ziergarten.

Geschmacklich unterscheiden sich die verschiedenen Sorten z.B. des Basilikums sehr und können darum auch beim Kochen je nach Rezept eingesetzt werden. Einen Thai-Basilikum kann man z.B. gar nicht für einen feinen Sugo einsetzen, dafür passt dieser zu den vietnamesischen und thailändischen Gerichten.

Art, Sorte, Züchtung, Hybride - ein Erklärungsversuch

Botanische Gewächse werden zuerst in Familien (also Gruppierungen von verwandten Gattungen) unterteilt.
Innerhalb einer Gattung gibt es verwandte Arten. Der Name der Gattung ist immer der erste lateinische Name einer Pflanze (z.B. Mentha).
Eine Art ist eine einzelne Pflanze, welche sich auf natürlichem Weg fortpflanzen kann. Der Artname ist der zweite lateinische Teil des Namens der Pflanze (Beispiel: Mentha arvensis (Ackerminze)).
Hybriden sind Kreuzungen zwischen zwei Arten. Meistens hat der Mensch hier die Finger im Spiel, seltener ergeben sich zufällige Kreuzungen. Der Name einer Kreuzung entsteht aus den Namen der beiden Elternteile. Das typische Merkmal ist dabei das x zwischen den Namen. Beispiel: Mentha x gracilis.

Varietäten sind wiederum natürliche Kreuzungen oder Unterarten, welche besondere Merkmale aufweisen und beständig bleiben. Ein Beispiel wäre die weisse Blüte oder eine spezielle Form der Blüten oder Blätter. Merkmal von Varietäten im Namen sind die Buchstaben var., Ähnliches gilt auch für Subspezies oder Unterart (ssp.) und Form (f.). Beispiel: Mentha x villosa var. alopecuroides.
Schliesslich gibt es noch die Sorten. Diese Varianten einer Art werden mit dem Ziel besonderer Merkmale gezüchtet und erhalten im Namen eine Bezeichnung in einfachen Anführungszeichen (Beispiel: Mentha x piperita 'Citrata').

Carl von Linné - Botaniker und Vater des biologischen Klassifizierungssystems

Anna Pavord, Wie die Pflanzen zu ihren Namen kamen

Carl von Linné war ein schwedischer Wissenschaftler. Er lebte von 1707 bis 1778. Seine bedeutenste Arbeit war die binominale Nomenklatur für Pflanzen- und Tierarten (alle Namen botanischer Arten bestehen immer aus zwei Wörtern in lateinischer Form). Dieses System wird auch heute noch angewandt.
Anna Pavord erzählt in ihrem Buch "Wie die Pflanzen zu ihren Namen kamen" von Gelehrten, Forschern und Abenteurern, welche Pflanzen suchten und erforschten. Von Theophrast (Schüler von Aristoteles) wird erzählt, weiter geht es über Alexandria und Konstantinopel ins Italien der Renaissance und in der heutigen Zeit nach Kasachstan und Südamerika. Das Buch hat viele farbige Illustrationen.