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Über den Bärlauch (Allium ursinum)

Allium ursinum nach Thomé

Bärlauch (Allium ursinum benannt von Carl von Linné) gehört, zusammen mit Lauch und Zwiebeln, zur Familie der Lauchgewächse (Alliaceae). Weitere Namen sind:
Uniones (im Capitulare de Villis von Karl dem Grossen), Bärenlauch, Bärenkraut, Waldknoblauch, wilder Knoblauch, Wilder Knofel, Latschenknofel, Zigeunerknoblauch, Zigeunerlauch, Zigeunerzwiebel, Judenzwiebel, Hexenzwiebel, Wurmlauch, Ränsel, Rams, Ramsel, Ramschel, Rämschele, Ramson.
Wald- oder Wildknoblauch wird der Bärlauch im Volksmund genannt, weil er gerne auf feuchten, humusreichen Böden in Laub- und Auenwäldern wächst. Im St. Galler Oberland soll der Mundartname Rämschelen gebräuchlich sein.

Braunbär

Der botanische Artname ursinum stammt aus dem lateinischen und bedeutet vom Bären verzehrt. Der alte Name Rams/Ramsen soll auf den durchdringenden Knoblauchgestank Bezug nehmen und bezeichnet den üblen Geruch von Ziegen und Schafen.
Den Namen Bärlauch soll er daher haben, dass die Bären im Frühjahr nach dem Erwachen aus dem Winterschlaf sich am ersten Grünzeug gütlich taten, darunter war natürlich auch der Bärlauch. Ob die Bären das Kraut bewusst zur Entschlackung gegessen haben, ist wohl eher eine Vermutung als eine Tatsache. Weil der Bär die Pflanze frass, glaubte man, dass seine Kraft auf die Pflanze übergehen könne und der Mensch diese Kraft ebenfalls bekomme, wenn er Bärlauch esse.

Achtung: Bärlauch ist giftig für Haustiere!

Bärlauch (wie alle Allium-Arten) ist für Haustiere (Hunde, Katzen, Meerschweinchen etc.) giftig. Es führt zur sogenannten Hämolyse (Zerstörung der roten Blutkörperchen) (siehe Universität Zürich Institut für Veterinärpharmakologie und -toxikologie. Also: nicht alles, was dem Menschen bekommt und schmeckt, ist auch gut für sein Haustier!

Der Bärlauch ist mehrjährig und treibt im zeitigen Frühjahr (Februar bis März) noch vor dem Laubaustrieb der Bäume aus. Aus einer kleinen, weissen Zwiebel wachsen in der Regel zwei grundständige, saftig grüne, lanzettliche, paralellnervige, 15-20cm lange und bis 7cm breite Blätter an einem kurzen Stiel. Das Blatt ist leicht überhängend.

Bärlauch nicht mit dem giftigen Maiglöckchen verwechseln

Die Blätter erinnern an die Blätter des sehr giftigen Maiglöckchens, also bitte aufpassen!
Im Zweifelsfall hilft es, ein Blatt zu zerreiben: Bärlauch riecht stark nach Knoblauch, Maiglöckchen nicht.

Bärlauch wächst gerne auf humosen Böden in feuchten Lagen in schattigen Laubmischwäldern und besonders in Auenwäldern. Er bildet oft grosse, dichte Felder, die dank dem "Knoblauchduft" schon von weitem zu erkennen sind.
Er kommt in fast ganz Europa und auch im Kaukasus und in Nordasien vor.

Bärlauch-Blüte

Aus der Blattrosette wächst ein aufrechter Stängel mit der Blüte. Die Blüte besteht aus einer Scheindolde mit 1-2cm grossen sternförmigen Blüten. Diese haben sechs reinweisse, vorne spitz zulaufende oder stumpfe Blütenblätter und sitzen auf geraden, 1-2cm langen Blütenstielen. Der Bärlauch blüht von April bis Juni.

Sammelzeit für den Bärlauch

Die langgestielten, aus dem Boden spriessenden Blätter werden vor der Blüte zwischen März und Mai frisch gesammelt.

Der Bärlauch bildet keine Brutzwiebeln aus der Blüte, sondern Samen mit kleinen fleischigen Anhängseln, das sogenannte Ameisenbrot, die eine Verschleppung der Samen durch Ameisen und dadurch eine erfolgreiche Verbreitung der Pflanzen sicherstellen. Er vermehrt sich auch durch schlanke, unterirdische Ausläufer.

Der Bärlauch hat nur eine kurze Vegetationsperiode, welche mit dem Austrieb der Zwiebel im Februar oder März beginnt und bereits Ende Juni mit der Samenreife und dem Einziehen der Blätter wieder aufhört. Den Rest der Zeit sieht man vom Bärlauch nichts mehr.

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