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Pfefferminze (Mentha piperita) und andere Sorten

Minzen (lateinisch mentha) gehören zur Familie der Lippenblütler (Lamiaceae).
Die Gattung umfasst 25 verschiedene Arten von aromatischen, mehrjährigen Kräutern, verteilt über Europa, Asien und Afrika.

Viele Arten der Minze waren schon im 9. Jahrhundert in Europa heimisch. Der Mönch Walahfried Strabo schrieb damals:
Wen aber einer die Kräfte und Arten und Namen der Minze
Samt und sonders zu nennen vermöchte, so müßte er gleich auch
Wissen, wie viele Fische im Roten Meere wohl schwimmen,
Oder wie viele Funken Vulkanus, der Schmelzgott aus Lemnos,
Schickt in die Lüfte empor aus den riesigen Essen des Aetna.

Es gibt mehr als 600 Varietäten von Minze und es entstehen immer noch neue. Es empfiehlt sich deshalb, eine Sorte mit der Nase auszuwählen, da die Bezeichnungen selbst oft nicht weiterhelfen.
Es werden die abenteuerlichsten Sorten gezüchtet, z.B. eine Feigenminze (Mentha species 'Tomentosa'), Erdbeerminze (Mentha species 'Erdbeere'), Ingwerminze oder eine Schokoladenminze. Ausserdem sind mir "Limone" und "Grapefruit" begegnet.
Gerne halte ich mich bei der Küchentauglichkeit der verschiedenen Minzsorten an die Ratschläge der Staudengärtnerei Gaissmayer, welche in ihrem Online-Shop die Minzen auch nach solchen Gesichtpunkten vorstellt.

Die sogenannte Schokoladenminze (Mentha x piperita var. piperita "Schocko") scheint aber leider nicht nach Schokolade, sondern nur nach der Minze in den After Eight-Täfelchen zu schmecken… Damit würde sie gut zu Glacés und anderen Dessert passen.
Die Orangen-Minze (Mentha x piperita var. citrata 'Orange') soll gemäss Gaissmayer prima zu Erdbeeren, Rhabarber oder einem Mousse au Chocolat passen.

Marokkanische Minze - Mentha spicata var. crispa 'Marokko' teilweise auch 'Nana'

Im Arabischen heisst die Minze Nana. Dies ist die nordafrikanische Variante der Krausen Minze, welche vor allem frisch für den berühmten Marokkanischen Minztee (zusammen mit Grüntee und Zucker) oder als Zugabe für Dessert und Salate genutzt wird.

Türkische oder Tunesische Minze - Mentha spicata var. crispa 'Nane'

Der Zusatz Nane bedeutet eigentlich nichts anderes als Minze auf türkisch. Diese Minze hat einen niedrigeren Mentholgehalt als andere Minzensorten. In der Türkei wird diese Minzenart ebenfalls gerne zusammen mit Schwarztee einem erfrischen Tee gekocht. Auch Lammgerichte und Suppen werden gerne mit dieser Minzenart gewürzt.

Nebst diesen beiden Sorten gibt es auch noch eine Persische Minze (Mentha spicata var. crispa 'Persien')

Spearmint

Mentha spicata (Grüne Minze, Grüne Rossminze, Ährenminze, Krauseminze, Spearmint)

Sie wird in der Küche vor allem für Minz-Saucen, Minz-Marmelade und Sirup verwendet. Die Krauseminze enthält kein Menthol. Beim Zerreiben der Blätter entsteht ein intensiver Duft nach Spearmint (Kaugummi).

Mentha requienii - Korsische Minze

Diese Minzenart wächst nur wenig über Boden und bildet mit ihren kleinen Blättchen einen dichten Polsterteppich (ähnlich dem Bubikopf). Ein feiner Minzenduft steigt bei der kleinsten Berührung dieser Polster auf. Die Korsische Minze wird auch für die Herstellung des Minz-Likörs 'Creme de Menthe' verwendet. Diesen Likör gibt es klar oder grün eingefärbt und er hat 25 Vol.-% Alkohol. Er wird für vielerlei Cocktails und auch für das Aromatisieren von Desserts verwendet.
Die Korsische Minze hat es gerne schön feucht und halbschattig. Staunässe liebt sie hingegen gar nicht, dann ist sie anfällig für Pilzkrankheiten. Die Korsische Minze ist bei uns nicht richtig winterhart und braucht unbedingt Schutz, dafür sät sie sich auch selber aus und sichert so ihr Weiterleben nach strengen Wintern.

Mentha longifolia (Rossminze)

Die Rossminze wächst aufrecht 40-100cm hoch und hat lange Ausläufer. Diese befinden sich aber in der Erde und kriechen nie oberirdisch auf dem Boden. Sie blüht von Juli bis September. Die Rossminze wird in der asiatischen Küche verwendet. Sie wird in Chutneys gemischt und die Blätter werden kandiert.

Ananasminze

Mentha suaveolens (Apfelminze)

Vermehrt sich kriechend und kann bis einen Meter hoch werden. Sie duftet frisch und etwas nach Äpfeln. Ihre Blätter sind hellgrün. Von dieser Art gibt es diverse Sorten, die einen Geschmack nach Apfel oder nach Ananas haben können.

Mentha x piperita (Pfefferminze)

Sie wird ca. 60cm hoch und die hellvioletten Blüten erscheinen im Frühsommer. Sie bevorzugt einen feuchten Standort.
Die Pfefferminze wurde erstmals in England im Jahre 1696 durch den Biologen John Ray beschrieben und er nannte sie wegen ihres scharfen Geschmacks Peppermint.
Wahrscheinlich entstand sie als zufällige Kreuzung von Grüner Minze und Wasserminze (Mentha aquatica und Mentha spicata).

Das früheste Exemplar der "Peppermint" findet man im Natural History Museum in London, es ist ein Teil dessen Sammlung Hortus Siccus.
Die älteste bekannte Sorte, Black Mitcham, ist nach der englischen Stadt Mitcham benannt; ihre Blätter sind durch Anthocyan-Farbstoffe (blau-rot) dunkel gefärbt. Diese Sorte ist der wichtigste Bestandteil von After Eight.
Es gibt jedoch auch anthocyanfreie Pfefferminz-Sorten, die man als „Weisse Pfefferminze“ bezeichnet.

Die Pfefferminze hat stark aromatische Blätter. Sie hat einen reinen und erfrischenden Geruch.
Auch von der Pfefferminze gibt es Weiterzüchtungen, die fruchtig riechen:
Zitronenminze (Mentha x piperita f. citrata), Bergamottminze (Mentha x piperita var citrata "Bergamotte"), Orangenminze (Mentha x piperita var citrata "Orangina").

Basilikum-Minze (Mentha species 'Basilmint')

Hat ein leicht pfeffriges Aroma und kann schon im Frühjahr zum Würzen von Tomaten und Mozarella verwendet werden. Die Pflanze wird zwischen 30-70cm hoch und ist recht winterhart. Sie benötigt genügend Platz und frisch-feuchten Boden.

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